
Albtraum oder Nachtschreck? Der Unterschied und was du tun solltest
Du schreckst von Schreien hoch. Du rennst ins Zimmer, und dein Kind sitzt aufrecht im Bett, Augen weit offen, in Panik. Aber als du es trösten willst, stößt es dich weg und scheint dich gar nicht zu sehen.
Das ist kein Albtraum. Das ist Nachtschreck, und der richtige Umgang damit ist fast das Gegenteil.
Den Unterschied zu kennen hilft enorm, denn beim einen solltest du trösten und beim anderen gerade abwarten.
Der Unterschied auf einen Blick
| Albtraum | Nachtschreck |
|---|---|
| Zweite Nachthälfte | Meist 1 bis 3 Stunden nach dem Einschlafen |
| Dein Kind wird wirklich wach | Dein Kind schläft weiter, auch mit offenen Augen |
| Erkennt dich und sucht Trost | Erkennt dich nicht, stößt dich manchmal weg |
| Kann davon erzählen | Weiß am nächsten Tag nichts mehr davon |
| Trösten hilft | Trösten verlängert es oft |
Der zuverlässigste Test ist der nächste Morgen. Kann dein Kind erzählen, was passiert ist, war es ein Albtraum. Schaut es dich verständnislos an, war es Nachtschreck.
Bei einem Albtraum
Dein Kind ist wach und hat Angst, und es will dich. Mach dann genau das, was dein Instinkt sagt.
Setz dich dazu, sag, dass es ein Traum war und dass er vorbei ist. Mach eventuell kurz das Licht an. Bleib, bis es ruhig ist.
Was weniger gut funktioniert: ausführlich darüber reden, was im Traum passiert ist, oder mit deinem Kind Schrank und Bett kontrollieren. Je mehr Aufmerksamkeit das Monster bekommt, desto echter wird es. Kurz beruhigen ist besser als gründlich untersuchen.
Kommen Albträume oft wieder, schau dir die Stunden vor dem Schlafengehen an. Spannende Videos, wilde Spiele oder ein unruhiger Abend wirken in der Nacht nach.
Beim Nachtschreck: nicht wecken
Das fühlt sich falsch an, und es ist trotzdem das Beste.
Dein Kind schläft. Was du siehst, ist keine Angst, die es erlebt, sondern ein halber Übergang zwischen Schlafphasen. Von außen sieht es schrecklich aus, aber dein Kind leidet nicht darunter und weiß morgen nichts mehr davon.
Was du tust:
- Bleib in der Nähe und warte ab. Meistens dauert es ein paar Minuten bis eine halbe Stunde.
- Sorg dafür, dass sich dein Kind nicht verletzt. Wenn es aufsteht, geh ruhig mit.
- Versuch nicht, es zu wecken. Ein Kind, das mitten im Nachtschreck aufschreckt, ist verwirrt und oft länger durcheinander, als wenn du es hättest laufen lassen.
- Sprich am nächsten Tag nicht darüber. Dein Kind weiß von nichts, und das Thema anzusprechen macht ihm Angst vor etwas, das es gar nicht erlebt hat.
Nachtschreck kommt häufig zwischen drei und acht Jahren vor, liegt oft in der Familie, und Kinder wachsen fast immer heraus.
Wenn es oft zur gleichen Zeit passiert
Passiert es fast jede Nacht um dieselbe Uhrzeit, gibt es etwas, das du ausprobieren kannst.
Weck dein Kind etwa eine Viertelstunde vor dem üblichen Zeitpunkt ganz kurz halb auf. Eine Hand auf den Rücken, leise seinen Namen, gerade genug, dass es sich umdreht und wieder wegdämmert. Damit unterbrichst du den Schlafzyklus kurz vor dem Übergang, an dem es schiefgeht.
Halte das etwa eine Woche durch. Bei vielen Kindern verschwinden die Episoden dadurch.
Der größte Auslöser ist Übermüdung
Nachtschreck tritt häufiger bei Kindern auf, die zu wenig schlafen oder einen unregelmäßigen Rhythmus haben. Man sieht ihn deshalb oft nach einer anstrengenden Woche, einem Urlaub oder in der Phase, in der der Mittagsschlaf wegfällt.
Praktisch gesehen ist etwas früher ins Bett bringen oft wirksamer als alles, was du nachts tun kannst. Das fühlt sich wie ein Umweg an, ist aber der Eingriff, der am häufigsten hilft.
Wann du ärztlichen Rat holen solltest
Sprich mit deiner Kinderärztin oder deinem Kinderarzt, wenn:
- dein Kind schnarcht oder im Schlaf hörbar schwer atmet
- die Episoden sehr häufig sind, zum Beispiel mehrmals pro Nacht
- sich dein Kind während einer Episode verletzt
- es erst in höherem Alter beginnt oder plötzlich ohne Anlass
- dein Kind tagsüber auffällig müde bleibt
Schnarchen steht nicht ohne Grund ganz oben: Atemprobleme im Schlaf sind ein bekannter Auslöser für Nachtschreck, und sie lassen sich gut behandeln.
Kurz zusammengefasst
Erkennt dein Kind dich und kann es am nächsten Tag davon erzählen, war es ein Albtraum: tröste ruhig. Erkennt es dich nicht und weiß es von nichts, war es Nachtschreck: bleib dabei, sorg für Sicherheit, aber weck es nicht.
Und schau in beiden Fällen, ob dein Kind genug schläft. Dort liegt fast immer die Lösung.


1 Kommentar
wij hebben een wekker van bij jullie maar zijn vergeten aan welke app we dit kunnen verbinden. hoe heet dus de app in de playstore aub?
Olivier Van de Vijver
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